• Anna Pribil

Kritik an Lithium-Ionen Batterien

Ist Lithium das neue Erdöl?


Wer Lithium nur aus dem Songtitel von Nirvana kennt, sollte das hier unbedingt lesen. ;)


Lithium-Ionen Batterien sind der größte Kritikpunkt an Elektroautos. Lithium ist ein Leichtmetall, welches hauptsächlich im sogenannten „Lithium-Dreieck“ in Chile, Argentinien und Bolivien abgebaut wird. 58% des weltweit erzeugten Lithiums werden dort abgebaut.


(Foto: Salar de Uyuni)


Doch sogar in Österreich (auf der Koralpe) befindet sich ein Lithiumvorkommen und zwar das größte von ganz Europa.


Bei der Batterieherstellung entstehen also CO2-Emissionen. Wären die Batteriefabriken mit erneuerbaren Energien betrieben, könnte man einen Großteil an Emissionen vermeiden. Aber auch bei anderen Produktionsprozessen fallen Emissionen an, die sich bisher nicht ganz vermeiden lassen. Deshalb sollten die Batterien möglichst langlebig sein und am Ende vollständig recycelt werden.


Möglichst kleine Batterien und leichte Fahrzeuge schonen die Umwelt außerdem. Auch die Reichweite sollte nicht übertrieben sein. Wenn man nur einmal im Jahr eine weitere Strecke in den Urlaub fährt, sollte man überlegen, dafür den Zug zu nehmen. Sonst bräuchte man wieder eine größere Batterie, die man dann aber alle anderen Tage im Jahr umsonst mitschleppt, weil man die Reichweite ja nur für die Urlaubsfahrt benötigt.


In den Batterien befinden sich neben Lithium noch andere Problemstoffe, wie z.B. Aluminium, Kobalt, Nickel, Mangan, Kupfer und Graphit. Solche Batterien befinden sich natürlich nicht nur in Elektroautos, sondern auch in deinem Smartphone und Laptop.


Lithium ist also ähnlich wie Erdöl ein nicht nachwachsender Rohstoff. Sehr oft ist die Gewinnung von Rohstoffen mit negativen Folgen für die Umwelt verbunden. Allerdings haben die oben genannten Stoffe im Gegensatz zu Erdöl, den Vorteil, dass sie zum Großteil recycelbar sind. Irgendwann wird genug für den weltweiten Bedarf abgebaut sein. Mit einem guten Recyclingsystem lässt sich also der ökologische Fußabdruck minimieren.


Wie Recycling funktionieren könnte:


Bei Batterien sinkt über die Zeit hinweg ihre Kapazität. Der Akku wird schwächer und somit z.B. die Reichweite der E-Autos. Man könnte die Batterien allerdings noch weiterverwenden und zwar als Zwischenspeicher für überschüssige erneuerbare Energie. Wenn sie irgendwann auch dort zu schwach sind, sollten sie möglichst gut recycelt werden. Zurzeit ist die Menge an Batterieschrott noch relativ gering, deshalb wird noch nicht alles recycelt (hauptsächlich Nickel und Kobalt). An dem Recycling von Lithium wird aber fleißig geforscht. Wenn Elektroautos einen höheren Marktanteil haben, wird sich auch das Recyclingsystem verbessern. Derzeit können sicher 75% der Materialien ökologisch wiederverwendet werden.


Ein Problem bei Lithium ist jedoch, dass es giftig, hochreaktiv und leicht entflammbar ist, das macht das Recycling umso schwieriger.


Folgen der Lithiumgewinnung:


  • Leider gibt es auch noch den sozialen Aspekt. Da die Rohstoffe in ärmeren Ländern vorkommen und die Arbeitsrechte dort weniger streng sind, werden Menschen häufig ausgebeutet. Es sollten deshalb für den Abbau der Rohstoffe hohe Umwelt- und Arbeitsstandards gelten.

  • Der Wasserverbrauch beim Abbau von Lithium ist enorm und die Atacama Wüste in Chile zählt zu den trockensten Gebieten der Erde (durchschnittlich fallen hier 1mm Niederschlag alle 5-20 Jahre in vereinzelten Gebieten).

  • Durch die Förderung der Lake sinkt der Grundwasserspiegel, dadurch gehen bestimmte Biotope (Flusslandschaften, Feuchtgebiete, Weideflächen) verloren und mit ihnen auch Arten, die dort leben. Auch die indigene Bevölkerung leidet unter dem Wassermangel. Außerdem wird die Konzentration an Lithium durch gezieltes Verdampfen des Wassers herbeigeführt. Dieser Wasserdampf wird allerdings noch nicht aufgefangen und wieder dem Grundwasser zugeführt, wie es eigentlich der Fall sein sollte.

  • Staubwolken mit gefährlichen mineralischen Stoffen, welche beim Abbau entstehen, bringen ein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung. Außerdem werden Böden und Gewässer dadurch verschmutzt.


Was kannst du tun?


  • Verwende deine Handys, Kameras, Laptops usw. möglichst lange.

  • Versuche kaputte Geräte reparieren zu lassen.

  • Wenn du sie entsorgen musst, dann ordnungsgemäß (Problemstoffsammelzentrum).

  • Überlege vor dem Kauf eines neuen Gerätes, ob du das wirklich brauchst.

  • Schaue, ob es dieses Gerät auch gebraucht zu kaufen gibt.


Ich habe z.B. mein E-book und auch mein Handy gebraucht auf willhaben gekauft. Beides einwandfrei und eigentlich wie neu. #secondhand


Hast du schon einmal ein Elektro-Gerät gebraucht gekauft, oder kannst du es dir in Zukunft vorstellen? Bin gespannt auf deine Erfahrungen.


Quellen:


Lithium Abbau:


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Anna Pribil, BEd. BSc. MSc.    |    Gams 89, A-8922 Landl    |    +43 664 4599013    |    anna.magdalena.pribil@gmail.com

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