• Anna Pribil

Wasserstoffautos

Warum gibt es eigentlich noch so wenige Wasserstoffautos am Markt?

Ich hab noch immer die Aussage im Ohr: „Elektroautos ist ja alles schön und gut, aber die Autos der Zukunft sind Wasserstoffautos.“


Vorteile haben Wasserstoffautos ja einige:


  • Große Reichweite

  • Schnelles Tanken

  • Kein CO2 Ausstoß; beim Fahren wird nur Wasserdampf ausgestoßen.



Wie funktionieren Wasserstoff Autos überhaupt?


Korrekt heißen die Fahrzeuge eigentlich Brennstoffzellen-Autos und sind im Grunde Elektrofahrzeuge. Nur wird der benötigte Strom, direkt im Auto erzeugt. Denn Wasserstoff wird in der Reaktion mit Sauerstoff zu Wasserdampf und Strom gewandelt. Das heißt sie benötigen eine viel kleiner Batterie als E-Autos, weil diese nur als Pufferspeicher dient. Das ist nur eine sehr kurze Erklärung. Wer es genauer wissen will, dem empfehle ich dieses Video von Breaking Lab.


Mehrere große Nachteile:


  • Wasserstoffautos sind derzeit noch so teuer, dass sie sich Durchschnittsverdiener*innen nicht leisten können (70.000-80.000 €). Grund dafür ist, dass die Forschung und Entwicklung sehr teuer sind und die verkauften Stückzahlen sehr gering. Bei höherer Stückzahl würden die Kosten pro Auto wahrscheinlich sinken.

  • Das Tankstellennetz hat noch sehr große Löcher. Man kann noch nicht überall H2 tanken. Das ist jedoch ein Teufelskreis. Denn solange die Nachfrage nach Wasserstoffautos so gering bleibt, lohnt sich auch der Ausbau der Infrastruktur nicht. Die Leute kaufen aber auch keine Brennstoffzellen-Autos, solange nicht genügend Tankstellen vorhanden sind.

  • 90 % des weltweit genutzten Wasserstoffes werden derzeit aus Erdgas, Erdöl und Kohle gewonnen. Und bei diesem Prozess entsteht auch wieder CO2. Für jede erzeugte Tonne Wasserstoff entstehen 10 Tonnen CO2. Es wird daran geforscht wie man Wasserstoff über regenerative Energien (z.B. Offshore-Windparks) erzeugen kann. Denn ansonsten würde man den CO2 Ausstoß ja nur vom Verkehr weg hin zur Wasserstoffproduktion verlagern.

  • Für die Brennstoffzellen in Wasserstoffautos wird außerdem Platin, welches ein sehr teurer und seltener Rohstoff ist, benötigt.

  • Der größte Nachteil ist aber, dass der Wirkungsgrad sehr niedrig ist. Man braucht Strom um aus Wasser Wasserstoff herzustellen. Dieser wird dann in Gastanks gelagert und nach dem Tanken im Auto wieder in Strom umgewandelt. Bei jedem dieser Schritte geht Energie verloren. Nur 25 % der ursprünglich eingesetzten Energie führt wirklich zu Fortbewegung, der Rest ist verloren. Im Vergleich dazu sind es bei E-Autos immerhin 70 %.


Für Mobilität, da sind sich Experten einig, wird Wasserstoff wahrscheinlich nicht die richtige Lösung sein. „Grüner“ Wasserstoff könnte jedoch als Langzeit-Energiespeicher für erneuerbare Energiequellen oder in der Industrie verwendet werden.

Was haltet ihr von Wasserstoff-Autos? Wusstet ihr, dass die Forschung in Asien dazu schon sehr viel weiter fortgeschritten ist, als bei uns? Schreibt mir gern in die Kommentare.


Quellen:

Breaking Lab – Grüner Wasserstoff

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Anna Pribil, BEd. BSc. MSc.    |    Gams 89, A-8922 Landl    |    +43 664 4599013    |    anna.magdalena.pribil@gmail.com

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