• Anna Pribil

E-Auto oder Verbrenner? Was ist wirklich umweltfreundlicher?

Ich habe mich einmal gefragt, wie es denn jetzt eigentlich aussieht, wenn man Herstellung (inkl. Batterie und E-Motor, Stromverbrauch und auch die Entsorgung) eines Elektroautos mit einem Auto mit Verbrennungsmotor vergleicht.


Vielleicht geht es dir wie mir und du hast auch noch die Studie im Kopf, in der es hieß, dass ein E-Auto (Herstellung mit einberechnet) eine schlechtere CO2 Bilanz hätte als ein Dieselauto. Folgendes hörte man immer wieder in den Medien: „Bei der Produktion eines 100-kWh-Akkus entsteht eine Klimabelastung von 15 bis 20 Tonnen Kohlendioxid. Ein sparsamer Kleinwagen mit Benzin- oder Dieselmotor müsste bis zu 200.000 Kilometer fahren, um so viel Klimagase in die Luft zu blasen.“ Diese Angaben stammen aus einer Studie des schwedischen Umweltinstituts IVL, welche auch stark kritisiert wurde. Man kann z.B. ein E-Auto mit einem 100kWh Akku, welche in luxuriösen Modellen wie Tesla Klasse S verbaut werden, nicht mit einem sparsamen Kleinwagen vergleichen. Mittlerweile ist die Studie auch schon ein paar Jahre alt. Seitdem hat sich auch der Herstellungsprozess bei Elektroautos verbessert.


Eine aktuelle Umweltbilanz vom deutschen Bundesministerium kommt auf folgende Ergebnisse: Ein heute gekauftes, typisches Elektroauto schneidet im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren unter Klimagesichtspunkten besser ab. Sogar wenn man es mit einem besonders sparsamen Dieselfahrzeug vergleicht, liegt der CO2-Vorteil des Elektroautos immer noch bei 16 Prozent, gegenüber einem modernen Benziner sogar bei 27 Prozent.


Auf www.oesterriech.gv.at findet man folgende Information: „Reine Elektrofahrzeuge sind 3 bis 4-mal so effizient wie konventionelle Kraftfahrzeuge und verbrauchen damit wesentlich weniger Energie. Der benötigte Strom für das Laden der Elektrofahrzeuge kann aus erneuerbaren Energien (Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik, Biomasse etc.) bereitgestellt werden. Im gesamten Lebenszyklus eines Elektrofahrzeuges (Produktion, Betrieb, Energiebereitstellung, Entsorgung) sind die CO2-Emissionen je nach eingesetztem Strom um 75 bis 90 Prozent geringer als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Die Nutzung von Elektrofahrzeugen trägt somit zur Verbesserung der Klimabilanz bei, insbesondere bei Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen.





Warum wir oft noch andere Ergebnisse sehen und in den Medien hören, hängt häufig damit zusammen, dass in Studien unterschiedlich starke Autos miteinander verglichen werden. Z.B wurde in einer anderen Studie ein Tesla mit 351 PS mit einem Mercedes mit nur 194 PS verglichen. Hier schneidet das Elektroauto in der CO2 Bilanz schlechter ab, als der Diesel. Vergleicht man allerdings ein Auto, das ähnlich viele PS hat, schneidet das E-Auto wieder sehr viel besser ab. Bei Studien und Statistiken muss man sowieso immer genau hinsehen. Es gibt derzeit eine große Öl-Lobby, die natürlich nicht begeistert von der neunen Technologie ist und alles daran setzt E-Autos schlecht darzustellen.


Dennoch hat das E-Auto auch noch einige Nachteile


  • Die Batterie kann zu brennen beginnen. Wenn dies geschieht ist sie sehr schwer zu löschen und man benötigt sehr viel Wasser. Feuerwehren sind oft noch nicht auf E-Autos vorbereitet und deshalb manchmal überfordert. Doch auch das wird sich in Zukunft ändern müssen.

  • Hohe CO2 Emissionen bei Batterieherstellung. Ein großer Teil lässt sich vermeiden, wenn die Batteriefabriken mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Die Batterie eines E-Autos sollte außerdem möglichst klein sein und möglichst lange genutzt werden. Am Ende sollte sie vollständig recycelt werden um Ressourcen zu schonen. Das Fahrzeug selbst sollte zudem möglichst leicht sein. Denn ein geringes Fahrzeuggewicht trägt zu einer noch besseren Umweltbilanz bei.

  • Batterie (Lithium-Ionen Akkus) braucht besonders viele seltene, wertvolle Rohstoffe (Aluminium, Kobalt, Nickel, Mangan, Kupfer, Lithium und Graphit). Jeder Abbau von Rohstoffen ist mit negativen Folgen für die Umwelt verbunden.


Es kommt natürlich auch darauf an mit welchem Strom das E-Auto geladen wird. Kohlestrom wirkt sich eher negativ auf die Umweltbilanz aus, wird es aber nur mit Ökostrom betankt ist die Umweltbilanz sogar noch besser.


Wenn ich wir uns den durchschnittlichen Strommix für Österreich ansehen, mit dem wir das E-Auto laden würden, sieht das so aus: 75% des österreichischen Stroms werden aus erneuerbaren Energien (ca. 60 % aus Wasserkraft, 9% Wind, 5% Biomasse, 1% Photovoltaik) gewonnen, 25% aus thermischen Kraftwerken (fossile Energie). Damit liegen wir im EU Vergleich an der Spitze. Wind und Photovoltaik sind aber auch in Österreich noch ausbaufähig.


Durch den Ausbau erneuerbarer Energie wird sich der Vorsprung von den E-Autos im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor immer weiter vergrößern. Mit jedem Jahr, das die Energiewende voranschreitet, wird auch elektrisches Fahren klimafreundlicher.


Weitere Vorteile des E-Autos


  • Elektrofahrzeuge können den überschüssigen Strom, z.B. aus Windkraft, speichern und damit können die Produktionsanlagen für erneuerbaren Strom noch besser genutzt werden.

  • E-Autos sind vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten (im Stadtgebiet) viel leiser, dadurch entsteht weniger Verkehrslärm.

  • Sie geben keinen gesundheitsschädlichen Feinstaub und keine Stickoxide, durch Abgase aus dem Auspuff ab. Feinstaubemissionen durch Reifenabrieb und Bremsen fallen natürlich auch bei E-Autos an.

Die Lösung ist nicht, dass jetzt jeder sein Auto verkauft und sich ein E-Auto kauft. Das ökologischste ist ein Auto so lange wie möglich zu nutzen, wenn man es bereits hat. Die Politik müsste eine Hardwarenachrüstung bei Dieselfahrzeugen fordern. So könnten auch Emissionen eingespart werden. Außerdem sollte natürlich der öffentliche Verkehr besser ausgebaut werden.


Aber trotzdem glaube ich dass wir neben einer Energiewende auch eine Verkehrswende brauchen. Elektroautos sind auf jeden Fall Teil der Zukunft.


Ich denke schon länger darüber nach ein Elektroauto zu kaufen. Allerdings bräuchte ich unbedingt Allrad, weil ich sonst im Winter nicht über den Berg komme. Es gibt schon einzelne E-Autos mit Allrad, aber die sind derzeit leider nicht in unserer Preiskategorie.


Habt ihr schon einmal über ein E-Auto nachgedacht? Wollt ihr demnächst noch etwas zu Autos mit Wasserstoff-Antrieb lesen?


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Quellen:



Schwedische Studie (2017):


Weitere Studie:


Spiegel-Artikel:

Statistik Austria Energiebilanz:


Strommix Österreich:


Greenpeace:


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Anna Pribil, BEd. BSc. MSc.    |    Gams 89, A-8922 Landl    |    +43 664 4599013    |    anna.magdalena.pribil@gmail.com

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